Ein Treffen mit Steve

Letztes Wochenende habe ich Steve getroffen. Steve ist der Gründer von LingQ und war zum dritten Mal in Deutschland, seit ich Mitglied bei LingQ bin. Die anderen beiden Male hatte ich leider keine Zeit, weil ich arbeiten musste, aber diesmal war Steve über das Wochenende in Deutschland und das war für mich die Gelegenheit ihn zu treffen.

Steve war in Eichstätt, einer kleinen Stadt in Bayern. Die dortige Universität veranstaltete einen Kongress zum Thema Sprachenlernen, an dem Steve teilnahm. Es ging vor allem um bilingualen Unterricht, wie Steve erklärte. Bilingualer Unterricht bedeutet, dass der Unterricht in bestimmten Fächern in einer Fremdsprache erteilt wird. Solch eine Schule gibt es auch bei uns, zum Beispiel wird dort Sport und Erdkunde auf Englisch unterrichtet.

Eichstätt liegt knapp 400 Kilometer von meinem Wohnort entfernt und bei guten Verkehrsverhältnissen kann man die Strecke in weniger als dreieinhalb Stunden fahren. Jürgen war einverstanden mich zu begleiten, worüber ich mich freute, denn so musste ich die Strecke nicht alleine fahren. Am Freitag musste Jürgen noch arbeiten, aber gleich nach Feierabend fuhren wir los. Leider gab es sehr viele Baustellen und einige Staus und wir benötigten mehr als fünf Stunden für die Fahrt. In Eichstätt hatte ich kein freies Hotel mehr gefunden, aber ich hatte noch eine Ferienwohnung finden können, in der wir übernachteten.

Wir hatten uns für Samstagmorgen in Steves Hotel zum Frühstück verabredet. Zufällig war unsere Ferienwohnung nur gut hundert Meter von Steves Hotel entfernt, so dass wir zu Fuß dorthin gehen konnten. Ich war ein wenig aufgeregt, denn es war mein erstes persönliches Treffen mit Steve. Bisher hatte ich nur einige Male per Skype mit ihm gesprochen. Wir kamen kurz vor halb acht in Steves Hotel an und fragten die Bedienung, ob es möglich sei, am Frühstück teilzunehmen. Erwartungsgemäß war das kein Problem und sie zeigte uns einen passenden Tisch. Während wir auf Steve warteten tranken wir schon einmal einen Kaffee. Mit ein paar Minuten Verspätung erschien dann Steve und begrüßte uns sehr herzlich. Es gab sofort eine angenehme Atmosphäre und meine Nervosität legte sich. Steve erzählte, dass er fast verschlafen hätte. Der Jetlag machte ihm noch zu schaffen.

Steve ist sehr offen und zugänglich und das macht es leicht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Wir frühstückten und redeten etwa eineinhalb Stunden miteinander. Dabei sprachen wir über alle möglichen Themen, natürlich auch über LingQ, aber auch über die Konferenz, über Autos, Reisen und vieles mehr. Wir sprachen die meiste Zeit Deutsch, denn ich weiß, dass Steve gerne seine Fremdsprachen praktiziert. Außerdem ist Jürgens Englisch noch nicht so gut und so konnten wir ihn mehr einbeziehen. Jürgen kannte Steve ja noch nicht und wusste nicht so genau, was auf ihn zukommt, aber er war angenehm überrascht und fand Steve sehr nett. Die Zeit verging wie im Fluge. Wir verabredeten uns beim Abschied für das Abendessen. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, noch ein wenig Zeit mit Steve zu verbringen.

Steve musste dann zu seiner Konferenz und Jürgen und ich wollten die Gegend ein wenig erkunden. Zunächst machten wir eine Wanderung auf einen der umliegenden Berge. Eichstätt liegt übrigens im Altmühltal. Das Altmühltal ist bekannt für die Fossilien, die dort gefunden wurden. Die Landschaft ist recht reizvoll, wenn auch nicht sehr aufregend, aber man kann dort gut wandern. An diesem Samstag regnete es aber stetig, wenn auch nur leicht und so brachen wir nach knapp drei Stunden unsere Wanderung ab. Wir besuchten dann noch den Markt, der an diesem Wochenende abgehalten wurde, bevor wir uns in der Wohnung noch ein wenig mit Lesen die Zeit vertrieben.

Abends gingen wir wieder zu Steves Hotel und von da aus in die nahe Altstadt. Dort gibt es zahlreiche Restaurants und Steve hatte ein bestimmtes Restaurant im Sinn, in dem er schon am Vortag gegessen hatte. Wir waren uns einig, dass wir die lokale Küche probieren wollten und nicht italienisch, griechisch oder chinesisch essen wollten. Wir hatten Glück und es gab noch einen freien Tisch.

Während des Essens haben wir uns wieder über alles Mögliche unterhalten. Natürlich war auch LingQ ein Thema. Beim Update auf das neue Release hatte es wohl wieder einige Probleme gegeben, die ich jedoch nicht mehr mitbekommen hatte, da ich zu diesem Treffen aufgebrochen war. Steve erzählte mir, dass vor allem die Begrenzung auf 100 LingQs vor etwa einem Jahr zu einem Anstieg der zahlenden Mitglieder geführt hat und dass weiterhin die Gewinnung neuer Mitglieder höchste Priorität hat. Er berichtete auch über die Mitarbeiter, Ideen und Probleme. Es war wirklich ein schöner und interessanter Abend.

Es war eine weite und anstrengende Fahrt für Jürgen und mich, aber es hat sich gelohnt. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, Steve kennenzulernen. Die Zeit, die wir mit ihm verbringen konnten, war wirklich schön und kein „Pflichtprogramm“. Ich bin froh, dass ich mich entschlossen hatte, nach Eichstätt zu fahren. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich leider gar keine Fotos von unserem Treffen gemacht habe. Wenn Steve wieder einmal nach Deutschland kommt und ich es möglich machen kann, werde ich mich mit großer Freude wieder mit ihm treffen und dann hoffentlich auch daran denken, ein paar Fotos zu machen.

Text und Audio dieses Beitrages findet man auch in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ, Folge #38, Ein Treffen mit Steve
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/92042

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