Eine Liste, was man nicht tun sollte, wenn man eine Sprache erfolgreich lernen will

Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines englischsprachigen Artikels von John Fotheringham.
A NOT To Do List for Successful Language Learners: http://l2mastery.com/featured-articles/not-to-do-list

Text und Audio findet man in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ (einschließlich einer Übersetzung ins Englische):
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/101341

John ist nicht nur ein Mitglied der Sprachenlernseite LingQ; er betreibt darüber hinaus auch einen überaus erfolgreichen Blog zum Thema Sprachenlernen. Einige Stellen des Originalartikels beziehen sich auf Tipps von seiner Webseite, die dort auf Englisch nachgelesen werden können. Der englischsprachige Artikel ist übrigens ebenfalls in der Bibliothek von LingQ verfügbar. Genug der Worte vorneweg. Hier kommt jetzt die Übersetzung von Johns Artikel:

Eine Liste, was man nicht tun sollte, wenn man eine Sprache erfolgreich lernen will

Hier folgt eine Top-10-Liste der Dinge, die man NICHT tun sollte, wenn man eine Fremdsprache lernt. Während es gewisse Unterschiede von Person zu Person gibt was funktioniert, sollten die folgenden Punkte von allen Sprachenlernenden vermieden werden:

1. Verwende NICHT mehr als 5% der Zeit auf Grammatik, Übersetzungen, Vokabellisten und andere offenkundige Informationen über die Sprache. Sprachen werden „erworben“, nicht gelernt. Und Spracherwerb gemäß seiner ursprünglichen Definition geschieht vollkommen unbewusst im Laufe der Zeit, sofern angemessener Input vorhanden ist. Was uns zu Nummer 2 führt.

2. Verwende KEINE Zeit auf Materialien, die zu schwer sind oder dich nicht interessieren. Motivation ist einer der wichtigsten Schlüssel für den Erfolg beim Fremdsprachen lernen und die beste Antriebsfeder für Motivation ist Interesse. Heutzutage ist eine Fülle von Lerninhalten frei zugänglich; du musst dich einfach nur danach umschauen (schaue auf languagemastery.com nach). – Anmerkung des Übersetzers: Solche Materialien findest du in Hülle und Fülle natürlich auch auf www.LingQ.com. – Ende der Anmerkung

3. Studiere NICHT in langen, unregelmäßigen Sitzungen. Gleich nach der Motivation ist Beständigkeit der wichtigste Faktor beim Sprachen lernen. Wenn du wenig Zeit hast (und wer hat das nicht?), ist es weitaus besser jeden Tag ein wenig zu lernen, als ab und zu im Monat eine Marathon-Studiensitzung einzulegen. Wenn du zum Beispiel nur 2 Stunden pro Woche für Sprachen lernen zur Verfügung hast, ist es weitaus besser 20 Minuten pro Tag an 6 Tagen pro Woche zu lernen anstelle der kompletten 2 Stunden an einem Tag.

4. Mache Dir KEINE Sorgen, zu früh zu sprechen. Obwohl fließend Sprechen können sicherlich das Ziel der meisten Sprachenlernenden ist, braucht das Gehirn einige Zeit zur Anpassung mittels ausreichendem Input, um in der Lage zu sein, sinnvollen Output zu produzieren. Babys hören für bis zu 2 Jahre aktiv der Sprache um sie herum zu, bevor sie ein einziges sinnvolles Wort äußern. Erwachsene können deutlich früher in die Output-Phase kommen, wenn sie den Anleitungen auf languagemastery.com folgen, aber sie sollten sich nicht selber zwingen (oder sich zwingen lassen) zu sprechen, bevor sie dazu bereit sind. Das ist vielleicht das einzig große Problem der traditionellen Sprachlern-Anleitungen: Von Schülern wird – lange bevor sie dafür bereit sind – erwartet zu sprechen, was eine große Angst auslöst und das Interesse und die Motivation der Schüler verringert.

5. Lerne KEINE aus dem Zusammenhang gerissenen Vokabeln. Um dem Gehirn die Möglichkeit zu geben, neue Wörter zu behalten oder zu verwenden, müssen sie gehört oder gelesen werden (vorzugsweise das erstere) und zwar viele, viele Male in sinnvollen Kontexten. „Begrenztes Lesen“ ist ein guter Weg um die Wiederholung der Schlüsselworte auf sinnvollem Weg zu erhöhen. – Hier eine Anmerkung des Übersetzers: Unter „begrenztem Lesen“ versteht man, dass man eine Vielzahl von Artikeln zum selben Thema liest. – Ende der Anmerkung.

6. Versuche NICHT, dir neue Wörter, das Alphabet, Schriftzeichen oder die Rechtschreibung durch Auswendiglernen zu merken. Wir haben 5 Sinne zur Verfügung: benutze sie! Integriere so oft wie möglich Geschmack, Berührung, Geruch, Gehör und Bewegung. Verwende die Vorstellungskraft um Beziehungen, Geschichten, Objekte usw. zu visualisieren. Je verrückter die Geschichte ist, desto einfacher wird sie sich im Langzeitgedächtnis einprägen.

7. Verlasse dich NICHT übermäßig auf das geschriebene Wort. Wann immer möglich versuche zuerst den Beitrag zu hören, bevor du ihn liest. Das trainiert dich darin, dich in erster Linie auf deine Ohren zu verlassen, und folgt damit eher dem natürlichen Spracherwerb (Erinnere dich: du lerntest zuerst deine Muttersprache zu sprechen und zwar lange bevor du lerntest, sie zu lesen!)

8. Schaue KEINE Wörter nach, bevor du nicht zumindest einen vollständigen Durchgang durch das Lese- oder Hörmaterial gemacht hast (oder jeden Abschnitt bei längeren Beiträgen). Nur wenn du einmal oder sogar zweimal durch bist, gehe zurück und schlage Wörter nach, die du nicht kennst. Wenn du den Wortfluss nicht unterbrichst, ist es leichter ein Gefühl für den Gesamteindruck zu bekommen. Und das bewahrt uns Wort-Besessene davor uns in zusammenhanglosem Vokabular und neuen Sprachverbindungen zu verlieren.

9. Lasse den „affektiven Filter“ KEINEN Dämpfer für dein Sprachenlernen spielen. Der affektive Filter ist ein fantasievolles Wort für ein einfaches und intuitives Konzept: deine Emotionen und dein psychologischer Zustand beeinflussen signifikant deine Leistung in einer Fremdsprache (oder jeder anderen Handlung, die auf unseren Fähigkeiten basiert, wenn wir schon bei diesem Thema sind). Wenn du nervös, verärgert, hungrig, müde oder beschäftigt bist mit dem Kampf, den du letzte Nacht mit deinem Lebensgefährten hattest, wird deine Fähigkeit, eine Fremdsprache gut zu sprechen, schneller abnehmen als der gegenwärtige Aktienmarkt. Andererseits bin ich sicher, dass du bemerkt hast, dass ein paar Schoppen deine Fähigkeiten in einer Fremdsprache zu kommunizieren signifikant erhöhen können. Warum? Weil Alkohol (ebenso wie Meditation, Übung und Erfahrung) bei leichten Hemmungen hilft und soziale Fähigkeiten wie mündliche Kommunikation steigert. Wenn dich dein Lehrer nervös oder dumm fühlen lässt, dann feuere ihn. Wenn dein Sprachenlernpartner die Logik in deinen falschen, aber nichtsdestotrotz intelligenten Fehlern nicht erkennt, dann ersetze ihn. Du wirst nie einen wirklichen Fortschritt machen, wenn du dich vor dem Sprechen fürchtest und nicht die Freiheit hast alle die wundervollen logischen – wenn auch fehlerhaften – Äußerungen zu machen, die den kindlichen und den erwachsenen Spracherwerb kennzeichnen.

10. Vergesse NICHT Spaß dabei zu haben! Sprachen lernen benötigt Zeit, aber es muss nicht schwierig sein. Wenn du den Tipps, die oben gelistet sind, folgst und denen auf languagemastery.com und dem Sprachen lernen mit einem Lächeln anstelle einer Grimasse begegnest, wirst du auch Erfolg haben!

Copyright 2010 von John Fotheringham. Weitere Tipps, Hilfsmittel und Techniken um jede Sprache zu beherrschen findet man auf languagemastery.com.

Herzlichen Dank an John Fotheringham für die freundliche Genehmigung diesen Artikel auf meinem Blog und bei www.LingQ.com verwenden  zu dürfen.

Text und Audio findet man in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ (einschließlich einer Übersetzung ins Englische):
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/101341

The English version is available on LingQ too:
http://www.lingq.com/learn/en/store/41901/

2 thoughts on “Eine Liste, was man nicht tun sollte, wenn man eine Sprache erfolgreich lernen will

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