Warum mit LingQ auch mein Deutsch besser wird

Ich war immer gut in Deutsch und habe das Fach auch in der Schule geliebt. Lesen war lange Zeit mein absolutes Lieblingshobby und ich lese auch heute noch gerne. Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum ich viele Dinge intuitiv richtig mache, ohne dass ich mich intensiv mit deutscher Grammatik beschäftigt habe. Wir hatten das zwar auch in der Schule, aber ich gebe zu, dass ich die Grammatikstunden nicht so sehr mochte. Viel lieber habe ich mich mit Texten beschäftigt.

Seit ich für LingQ Deutsch-Lektionen erstelle und als Tutor arbeite, habe ich mich viel mehr mit meiner Muttersprache beschäftigt und mir viele Gedanken dazu gemacht. Ich habe mir überlegt, was ein Deutschlernender wissen sollte und was ihm vielleicht Probleme machen könnte. Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, welche Strukturen einfach und welche kompliziert sind. Aber dazu musste ich auch das ein oder andere nachschlagen. Geholfen haben mir dabei auch die Rückmeldungen der Deutschlernenden und der deutschen Muttersprachler, die mich gelegentlich auf Probleme aufmerksam gemacht haben. Ich habe das stets als Anregung aufgefasst und versucht, die Lektionen immer wieder zu verbessern.

Dann habe ich aber auch festgestellt, dass einem das Lernen einer anderen Sprache und deren Grammatik, die Besonderheiten der eigenen Sprache viel bewusster werden lässt. Französisch kennt zum Beispiel auch die Konjugation der Verben und unterscheidet zwischen zwei Geschlechtern bei den Nomen. Im Deutschen kennen wir sogar drei Geschlechter. Der besitzanzeigende Artikel im Französischen hängt nur vom Nomen ab; im Deutschen hingegen hängt er nicht nur vom Geschlecht des Nomens ab, sondern auch vom Geschlecht des Besitzers. Beim Satzaufbau finde ich das Französische dem Deutschen oft näher als das Englische und auch die Art und Weise, wie man Dinge ausdrückt, sowie einige Redewendungen ähneln sehr dem Französischen. Das liegt wohl daran, dass das Französische einigen Einfluss auf das Deutsche nehmen konnte, da es lange Zeit die vorherrschende Sprache an den deutschen Fürsten- und Königshöfen war. Auch bei den Zeiten und wie diese gebildet werden, empfinde ich das Französische ähnlicher dem Deutschen.

Das Englische steigert Adjektive ähnlich wie wir es im Deutschen tun. Darüber hinaus wird einem beim Lernen von Englisch bewusst, dass im Deutschen Dinge oft mit viel mehr Worten ausgedrückt werden. Das merke ich besonders beim Übersetzen von englischen Texten ins Deutsche. Dafür sind wir oft viel präziser in der Ausdrucksweise.

Insbesondere bei der Korrektur von Schreibarbeiten sehe ich genau, was den Lernenden Probleme bereitet und ich muss ja nicht nur korrigieren, sondern auch eine Erklärung liefern, warum etwas falsch ist und wie es richtig ist. Um keine Fehler zu machen, suche ich oft im Internet die entsprechende Grammatikregel, die meine Korrektur belegt. Zum Glück gibt es im Internet zahlreiche Quellen, wo man etwas über die Grammatik nachlesen kann.

In meinem Profil verlinke ich auch auf meine Blogs, wo ich Links zu einigen Seiten aufgeführt habe, die ich gerne verwende.

Text und Audio dieses Beitrages findet man auch in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ.
Folge 45, Warum mit LingQ auch mein Deutsch besser wird:
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/330034/

Umgangssprache, Slang und fluchen

Im Forum lese ich öfter, dass Sprachenlernende auch daran interessiert sind, Slang oder Umgangssprache zu lernen oder sogar, wie man auf Deutsch flucht. Sie wollen lernen, wie sich Muttersprachler unterhalten; sie wollen die ‚wirklich‘ gesprochene Sprache lernen. Ich bin da sehr zwiegespalten, ob man so etwas lehren sollte, denn um das in einer Sprache richtig zu beherrschen, muss man diese nicht nur sehr gut sprechen, sondern man muss auch etwas über die Kultur des Landes wissen. Man muss einschätzen können, in welchem Kontext diese Art Sprache akzeptabel ist und wann nicht.
Es kommt zum Beispiel sehr darauf an, mit wem ich spreche. Während ich zu meiner Schwester schon mal „Was für ein Scheißwetter“, „Das neue Programm ist echt geil“ oder „Mann, ist das cool“ sagen kann, würde ich das nie zu meinem Chef oder einem Arbeitskollegen sagen. Das Wort „Scheiße“ verwendet man wirklich nur in einem sehr, sehr zwanglosen Umfeld. Und selbst da versuche ich das Wort nicht zu verwenden und ich versuche auch meine Tochter dahingehend zu erziehen, dass man das nicht sagt. Wenn es mir mal rausrutscht, ärgere ich mich darüber. Ich muss schon emotional stark involviert sein, damit ich so etwas sage. Ich weiß aber, dass meine Nichten im Teenageralter dieses Wort untereinander verwenden, ohne sich etwas dabei zu denken. Wie ich schon sagte kommt es also sehr darauf an, mit wem ich rede.
Viel und heftig zu fluchen gilt als Zeichen schlechter Erziehung, vor allem im öffentlichen Leben. Im Beruf oder in förmlichen Situationen sollte man es daher komplett vermeiden. Und das gilt für die meisten Wörter der Umgangssprache oder des Slangs.
Vorsichtig muss man erstrecht mit Schimpfworten sein. Sagt man „Idiot“, „blöde Kuh“ oder etwas ähnliches, gilt das als Beleidigung, und kann richtig teuer werden, wenn man angezeigt wird. Man wird dann mit einer Geldstrafe in nicht unerheblicher Höhe belegt, insbesondere wenn man einen Beamten beleidigt hat. Das gleiche gilt übrigens auch, wenn man jemandem den Vogel oder den Stinkefinger zeigt. Zeigt man jemandem den Vogel, tippt man sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe. Dahinter verbirgt sich die Redewendung „Du hast einen Vogel“, was bedeutet man hält jemanden für verrückt. Den Stinkefinger zeigen bedeutet, dass man eine Faust macht und dann den Mittelfinger nach oben streckt und dem anderen zeigt.
Eine häufige Empfehlung ist Fernsehen zu schauen, um die Umgangssprache zu lernen. Mir ist aufgefallen, dass diese Empfehlung nicht immer gut ist, zum Beispiel wird in deutschen Krimis überdurchschnittlich viel geflucht. In meinem Umfeld wird definitiv deutlich weniger und deutlich weniger deftig geflucht.
Noch schlimmer ist es bei Serien, die aus den USA oder anderen Ländern kommen. Hier wird ja etwas übersetzt, das aus einer anderen Kultur stammt und versucht, das dann ins Deutsche zu transportieren. Dabei wird häufig nicht berücksichtigt, dass dieses Verhalten in Deutschland nicht angemessen wäre und vermutlich so nicht stattfinden würde. Während ich als Muttersprachler merke, dass das eine Sprache ist, die nicht angemessen ist, bezweifle ich doch sehr, dass das einem Deutschlernenden auffallen würde. Natürlich gibt es auch Serien, von denen man sich gutes Deutsch abschauen könnte, aber kann ich als Lernender beurteilen, was gutes und was schlechtes Deutsch ist? Dazu gehört schon sehr viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen in die Sprache.
Etwas anders verhält es sich mit der Umgangssprache. Beispielsweise das verkürzen von „eine“ zu „ne“ oder von „einer“ zu „ner“ ist gang und gäbe. Oder das zusammenziehen von „es“ mit dem Verb wie in „Wie geht es dir?“ zu „Wie geht’s dir?“ Auch „Nee“ statt „Nein“, „net“ statt „nicht“ oder „nix“ statt „nichts“ wird man oft hören. Hier gibt es allerdings starke regionale Unterschiede. Schreiben sollte man diese Verkürzungen nicht und als Deutschlernender würde ich das auch nur dann verwenden, wenn ich die Sprache schon recht sicher beherrsche.
Ich bin der Meinung, bevor man sich dem Thema Slang und Schimpfworte widmet, gibt es viele andere Dinge, die man über eine Sprache lernen sollte. Es gilt vorsichtig zu sein. Unter Umständen wirkt man eben nicht ‚cool‘, wenn man sich einer solchen Sprache bedient, sondern gilt als ungebildet, vulgär oder macht sich einfach nur lächerlich damit.

Text und Audio dieses Beitrages findet man auch in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ.
Folge 44, Umgangssprache, Slang und fluchen:
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/192041/

Video: LingQ – Gespräche mit LingQ-Betreuern im Vergleich mit Sprachaustauschpartnern

Ich habe ein weiteres YouTube-Video über LingQ auf Deutsch aufgenommen. In diesem Video erläutere ich, warum ich die Art mag, in der es bei LingQ gemacht wird, also warum ich bevorzuge, für Gespräche zu zahlen und für die Gespräche, die ich als Betreuer halte, bezahlt zu werden, anstatt mir einen Sprachaustauschpartner zu suchen. Der Inhalt entspricht dem englischen Video „Conversations with tutors on LingQ“. Das ist das vorerst letzte Video über Gespräche bei LingQ. Ich hoffe, es gefällt Euch!
I recorded another video for YouTube in German: Conversations with tutors on LingQ versus free language exchange partners. I explain why I like it the way it is on LingQ, and why I prefer to pay for discussions and get paid for discussions that I host, instead of looking for a language exchange. I hope you like.
http://www.youtube.com/watch?v=1rT0QxpDKKs
Text und Audio findet man in der Sammlung „Veras Corner“ in der deutschen Bibliothek von LingQ.
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/79220

Nützliche Informationen für Deutschlernende / Useful Information for learners of German

Nützliche Informationen für Deutschlernende habe ich in einem Google-Dokument gesammelt.
I share useful information for learners of German in a Google document.
http://docs.google.com/View?id=dgpj8nz7_5dw7pkvgj
Dort gibt es auch Links zu einer englischen und französischen Anleitung für Anfänger.

Alle Informationen finden sich jetzt in dem Blog Learning German with LingQ