Mamma Mia – Ein Kinoabend

Meine Tochter wollte gerne, dass wir einen Kinoabend machen. Ein Kinoabend ist in ihrer Vorstellung etwas ganz besonderes. Vielleicht erkläre ich mal, was sie sich darunter vorstellt. Nun für sie bedeutet es erstmal, dass wir einen Kinofilm anschauen. Wir gehen dafür aber nicht ins Kino, sondern schauen ihn uns zuhause an. Wir besitzen viele Filme auf DVD und haben so reichlich Auswahl. Weiter bedeutet es für sie, dass wir alle zusammen den Film schauen, es uns richtig gemütlich machen und dass es Popcorn gibt. Und letztlich bedeutet es, dass sie lange aufbleiben darf.

Letzten Samstag haben wir so einen Kinoabend gemacht. Die Entscheidung fiel für den Film „Mamma Mia“. Der Film „Mamma Mia“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals. In dem Musical wurden die Hits der Musikgruppe Abba verarbeitet. Wir hatten kürzlich einen Fernsehbericht über den Grand Prix Eurovision gesehen und so kam uns die Idee, uns die Filmversion des Musicals noch einmal anzusehen. Beim Grand Prix hatte die Gruppe Abba ihren ersten großen Auftritt und auch ich hatte ihren Sieg mit dem Lied „Waterloo“ damals live gesehen. Obwohl ich im Gegensatz zu meiner Schwester nie ein Fan von Abba war, kannte ich doch die meisten ihrer Lieder vom Radio.

Den Film hatte ich zuvor schon zweimal im Kino und noch zweimal zuhause auf DVD gesehen. Der Film erzählt eine einfache Geschichte, aber die Lieder und die flotte Verfilmung sorgen für richtig gute Laune. Jedes Mal wenn ich den Film sehe, fühle ich mich hinterher richtig gut. Ich kann es gar nicht richtig erklären. Ich mag aber auch die Schauspieler und da sind an erster Stelle Meryl Streep und Pierce Brosnan zu nennen, aber auch alle anderen Schauspieler passen ausnehmend gut zu ihren Rollen.

Die Handlung ist einfach gestrickt. Die Hochzeit von Sophie, der Tochter von Donna, Besitzerin eines heruntergekommenen aber charmanten Hotels auf einer griechischen Insel, steht bevor. Sie kennt ihren Vater nicht, hat aber kürzlich das Tagebuch ihrer Mutter gefunden und entdeckt, dass drei Männer ihr Vater sein könnten. Heimlich lädt sie ihre drei potenziellen Väter zur Hochzeit ein. Es gibt allerhand Verwicklungen, aber die möchte ich hier nicht erzählen, falls jemand den Film noch nicht kennt und gerne schauen möchte.

Wir haben die deutsche Synchronisation geschaut, da meine Tochter und mein Partner noch nicht so gut Englisch sprechen. Die Lieder sind jedoch nicht synchronisiert, sondern mit deutschen Untertiteln versehen. Ich bin überrascht, wie gut ich inzwischen die englischen Lieder verstehe, wobei sicher auch positiv zu Buche schlägt, dass die Schauspieler alle ausnehmend klar singen und sehr gut zu verstehen sind. In Deutschland ist es üblich, dass alle Filme synchronisiert werden. Nicht synchronisierte Filme kommen nicht so gut an. Aber vor allem die Sender Arte und 3Sat senden oft im Zweikanalton, so dass man sich zwischen Deutsch und der Originalsprache entscheiden kann.

Wer keine Musicals mag, sei jedoch gewarnt. Es wird sehr, sehr viel gesungen und sehr wenig gesprochen. Die Handlung ist nicht anspruchsvoll, aber es darf gelacht werden! Wer Musicals und Popmusik mag, kommt hier aber voll auf seine Kosten. Wir hatten jedenfalls einen sehr schönen Abend und auch noch nach Tagen habe ich die Melodien im Kopf. Der Film macht richtig gute Laune! Selbst beim fünften Mal ist wieder dieses Glücksgefühl entstanden. Ich weiß nicht genau, warum dieser Film das bei mir auslöst, aber es ist ein schönes Gefühl und so genieße ich es, ohne es zu sehr zu hinterfragen.

Text und Audio dieses Beitrages findet man auch in der Sammlung „Veras Tagebuch“ in der deutschen Bibliothek von LingQ:
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/72261
Eine einfache Kurzfassung findet man in der Sammlung „Vera’s diary for beginners„:
http://www.lingq.com/learn/de/store/lesson/72260

Avatar

Gestern waren wir in Avatar. Wir haben den Film in 3D gesehen. Ich hatte ein wenig Bedenken, wegen der 3D-Brille, aber ich hatte weniger Probleme als die Nicht-Brillenträger, da ich Brille tragen gewöhnt bin. Der Film lässt einen in Bildern schwelgen und in eine andere Welt versinken. Der Film war ein einziger Rausch für die Augen. Die Handlung ist eigentlich nebensächlich und beliebig.

Jemand redete davon, dass es eigentlich eine Fortsetzung geben müsste. Ich glaube, die kann eigentlich nur floppen, denn das Besondere war jetzt die Andersartigkeit und Fremdartigkeit dieser Welt. Ich befürchte, diese Faszination könnte eine Fortsetzung nicht in gleichem Maße aufbauen. Und oft besteht bei Fortsetzungen die Steigerung in der Steigerung der Brutalität. Und darauf kann ich nun wirklich verzichten.